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Die SCHULTERSEITEN von Dr. Christian Pospisil
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frozen shoulder |
Die echte eingefrorene Schulter ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenkskapsel des Schultergelenkes. Durch die Entzündung kommt es zu Verklebungen und Vernarbungen der Gelenkskapsel und damit zu einer massiven Bewegungseinschränkung des grossen Schultergelenkes. Die Erkrankung selbst verläuft in Stadien, die unterschiedliche Beschwerden auslösen. |
1. Stadium: Die Entzündung der Gelenkskapsel führt zu diffusen Schmerzen des Schultergelenkes noch ohne Bewegungseinschränkung. Da die Bewegungseinschränkung fehlt, ist es in diesem Stadium besonders schwer, die richtige Diagnose zu stellen. Schmerzen ohne Veränderungen im Röntgenbild, keine Auffälligkeiten bei der Ultraschalluntersuchung, keine Auffälligkeiten bei der Magnetresonanzuntersuchung. Auch die Untersuchung der Schulter, der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule und der Rippen ist unauffällig. Und trotzdem hat der Patient quälende Schmerzen. |
2. Stadium: Beginn der Bewegungseinschränkung. Die Schmerzen lassen etwas nach. Bei weiterem Abklingen der Schmerzen wird die Bewegungseinschränkung durch die jetzt auftretende Schrumpfung der Gelenkskapsel immer stärker. Die Betroffenen lernen oft sehr gut, mit dieser Einschränkung zu "leben". Durch die kompensatorisch vermehrte Bewegung des Schulterblatts kommt es allerdings auch zu Rückenschmerzen, die sehr unangenehm sein können. Trotzdem sind die Patienten froh, dass der quälende Schmerz der Schulter nachgelassen hat und vertrauen allzu gerne darauf, dass jetzt alles "von selber gut wird". Das kann allerdings fatal enden, denn die Schrumpfung der Kapsel schreitet voran, die Beweglichkeit der Schulter wird immer schlechter. |
3. Stadium: Die Entzündung ist ausgebrannt, das grosse Schultergelenk ist mehr oder weniger bewegungsunfähig. Nach und nach bildet sich die Bewegungseinschränkung zurück. Die ursprüngliche Beweglichkeit wird aber ohne Behandlung selten erreicht. |
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Wie wird das erkannt ? Im Anfangsstadium ist das Erkennen dieser Erkrankung sehr schwierig da die typische Einschränkung der Beweglichkeit noch fehlt. Eine schmerzlindernde Infiltration in das Gelenk kann aber weiterhelfen. Mit zunehmender Einsteifung des Schultergelenkes wird die Diagnose immer leichter.
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Wie wird behandelt: Am Beginn der Erkrankung stehen Maßnahmen der Schmerzlinderung und gegen die Entzündung der Kapsel im Vordergrund. Infiltrationen in das Gelenk mit Cortison und Medikamente zum Schlucken gegen die Entzündung und gegen den Schmerz werden eingesetzt. Ebenso wichtig ist der Beginn einer heilgymnastischen Betreuung. Ziel ist die Beweglichkeit der Schulter möglichst zu erhalten. Unterstützend können auch Physikalische Behandlungen wirken. Im Stadium der Narbenbildung und weiteren Einschränkungen der Beweglichkeit steht die Fortsetzung der Heilgymnastik im Vordergrund. Daneben wird die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten empfohlen. Kommt es trotz all dieser Maßnahmen zu einer beträchtlichen Bewegungseinschränkung, stehen zur Lösung der Kapselschrumpfung die Arthroskopie mit Durchtrennen der geschrumpften Strukturen oder das Durchbewegen der Schulter in Kurznarkose (Redressment) zur Auswahl. Diese Methoden lösen die Verklebungen und Vernarbungen, ersparen dem Betroffenen allerdings nicht, die Heilgymnastik fortzusetzen. Da der Erkrankungsverlauf sehr unterschiedlich sein kann, sind häufige Kontrollen bei einem Orthopäden notwendig. So wird gewährleistet, dass der optimale Zeitpunkt für einen operativen Eingriff nicht versäumt wird. |
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