Die SCHULTERSEITEN von Dr. Christian Pospisil
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Sehnenriss - Ruptur der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette wird gebildet aus den Sehen von 4 Muskeln. Sie umschließt den Oberarmkopf wie eine Manschette. Die Sehnen der Rotatorenmanschette sind jene Sehnen, die am häufigsten reißen (gefolgt von der Achillessehne).

Das liegt daran, dass sie diese Sehnen zwischen zwei gegeneinander verschieblichen Knochen durchziehen. Damit diese ohne Probleme für die Sehnen möglich ist, muss der Oberarmkopf bei jede Bewegung in der Schulterpfanne "zentriert" werden.

Bild eines Sehneneinrisses

Gelingt dies nicht, resultieren Entzündungen des Schleimbeutels und der Sehne selbst (Enthesiopathie).

Veränderungen unter dem Schulterdach, die den Raum für die Sehne einengen (Knochensporne, AC-Arthrose-, Verkalkungen des Bandes...) führen zu einem -strukturellen Impingement- und in der Folge zum Verschleiß der Sehne

Manchmal reißt die Sehne bei einer großen Anstrengung oder einen Sturz. Allerdings muss die Sehne dabei schon eine Vorschädigung aufweisen. Eine gesunde Sehne wird selten bei einem Trauma reißen.

Manchmal reißt sie auch plötzlich tagsüber ab (es hat einen "Schnalzer" in der Schulter gemacht), oder auch während der Nachtruhe (der Betroffene kann am Morgen den Arm nicht mehr heben).

 

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Ist die Sehne einmal gerissen, wächst sie nicht von selbst wieder zusammen! Im Gegenteil: Der Riss wird größer und größer, bis sich die Sehne vollkommen aufgelöst ist (eine Operation mit Sehnennaht ist dann nicht mehr möglich) und der Muskel degeneriert (Muskelfasern werden in Fett umgewandelt und der Muskel selbst verliert jegliche Funktion).

Durch diesen Riss kann die Schulter ohne Operation (Rekonstruktion der Sehnen) nie mehr "normal" funktionieren, da sie die Fähigkeit zur Zentrierung verloren hat.

Manche Patienten lernen mit Tricks den Arm noch zu bewegen. Aber die Kraft im Arm läßt weiter nach. Schmerzen sind die Folge, besonders nachts. Diese können unterträglich werden. Ausgelöst werden diese Schmerzen durch die Reste der Sehne, die jetzt (wie ein gerissener Meniskus) einklemmen können. Eine chronische Entzündung des Schleimbeutels ist die Folge.

Durch das Fehlen der Sehne kommt es zum Höhertreten des Oberarmkopfes. Bei jeder Bewegung reibt Knochen auf Knochen. Es kommt sehr rasch zur Abnützung des echten Schultergelenkes (Gleno-humeral-Gelenk). Wir sprechen von einer Defekt-Arthropathie. Durch den Defekt der Sehne wird das Gelenk geschädigt. Eine Operation zu diesem Zeitpunkt kann die Funktion der Schulter nicht mehr verbessern oder gar wiederherstellen. Jetzt ist nur noch eine Reduktion der Schmerzen möglich.

Die folgende Abnützung des Schultergelenkes kann zwar mit einer Endo-Prothese (künstliches Gelenk) behandelt werden, aber da Getriebe (Sehne) und Motor (Muskel) fehlen, wird das Ergebnis funktionell nicht besonders befriedigen.

Bild eines kleinen Sehnenrisses

Bild eines mittleren Sehnenrisses

Bild eines großen Sehnenrisses

 

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Wie wird das festgestellt ?

In der Regel genügt eine Ultraschalluntersuchung (in der Ordination möglich) der Schulter. Aber auch der Verlauf der Schmerzen und die Untersuchung der Schulter geben meist schon eindeutige Hinweise.

Wie wird behandelt ?

Solange noch die Chance auf eine erfolgreiche Rekonstruktion der Sehne (Operation) gegeben ist, unbedingt operieren! Je früher, je besser, da der Erfolg von der Dauer und der Größe des Risses abhängig ist.

Wenn eine Rekonstruktion nicht mehr erfolgversprechend ist, kann man den Raum unter dem Schulterdach "ausputzen"(Debridement). Das verbessert zwar nicht die Funktion der Schulter, kann aber bei starken Schmerzen, eine deutliche Reduktion derselben bringen.

Am besten wäre , es gar nicht bis zum Riß kommen zu lassen. Wenn ein Engpass-Syndrom (Impingement) durch einfache Therapien nicht zu bessern ist, sollte man rechtzeitig die einfache Acromioplastik durchführen. Dies verhindert in der Regel das Auftreten eines Sehnenrisses.

 

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