Die SCHULTERSEITEN von Dr. Christian Pospisil
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Impingement

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Zum besseren Verständnis wollen wir uns noch einmal den Aufbau der Schulter in Erinnerung rufen.

Die tiefe Muskel-Sehnen-Schichte Rotatoren-Manschette ist fast "eingeklemmt" zwischen zwei Knochen, nämlich dem Oberarmkopf und dem Schulterdach. Erschwerend ist die große Beweglichkeit des Oberarmes.

Im Schultergelenk selbst sind, dank nahezu fehlender Führung, Bewegungen des Oberarmkopfes nicht nur in den 3 Freiheitsgraden eines Kugelgelenkes möglich, sondern auch Verschiebebewegungen nach vorne, nach hinten, nach oben und auch nach unten. Es ist also nicht nur Rollen sondern auch Gleiten im Gelenk möglich. Ebenso alle Kombinationsbewegungen, also ein Roll-Gleiten.... Es ist also ein Gelenk mit 6 Freiheitsgraden der Beweglichkeit.

Bei jeder noch so kleinen Bewegung muss das Schultergelenk von den Muskeln in der Gelenkspfanne "zentriert" werden.

Grafik des Subacromialraumes
Grafik des Schleimbeutels

Das ist ein aktiver Vorgang. Jede Bewegung im Schultergelenk ist also ein Höchstleistung an Koordination aller Muskeln, um das Einklemmen der Sehne zu verhindern, das Gelenk also in jeder Stellung zu zentrieren.

Damit die Sehnen nicht in direkten Kontakt zum Knochen kommen, ist als Gleitschichte ein Schleimbeutel vorhanden. Dieser ermöglicht das freie Gleiten der Sehne ohne Knochenkontakt.

 

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Gelingt es einmal nicht, die Schulter zu zentrieren, wird dieser Schleimbeutel gereizt. Wir spüren einen Schmerz in der Schulter. Wenn dieser "Warnschuss" nicht ernst genommen wird und die auslösende Ursache nicht vermieden wird, wird sich der Schleimbeutel entzünden. Schleimbeutel-Entzündung.

Eine weitere Struktur, die über ganz ähnliche Mechanismen zu Schaden kommen kann, ist die Sehnenscheide der langen Bicepssehne Sehnenscheiden-Entzündung der langen Bicepssehne. Diese Sehne, die an der Gelenkspfanne entspringt und zwischen Oberarmkopf und Rotatorenmanschette nach unten zieht, tritt vorne unter der Rotatorenmanschette hervor und verläuft weiter in einem Knochenkanal des Oberarmes. Hier wird sie durch die erwähnte Sehnenscheide geschützt.

Grafik einer Tendopathie

Auch die Sehnen der Rotatoren-Manschette selbst können durch Knochenkontakt mit dem Schulterdach entzündlich reagieren.

Ebenso kann auch eine Überanstrengung der Sehnen diese Reizung auslösen.

Enthesopathie, Insertionstendopathie

Gelingt es nicht, bei allen Bewegungen, das Schultergelenk zu zentrieren, so wird der Raum unter dem Schulterdach zu eng für ein freies Durchbewegen der Sehne. Die Sehne kommt unter den Druck der Knochen, es liegt ein sogenanntes "Engpassysndrom" der Schulter Impingementsyndrom vor.

Da dieses Engpass-Syndrom (Impingementsyndrom) durch fehlerhafte Funktion entstanden ist, sprechen wir von einem Funktionellen Impingement.

Neben diesem funktionellen Impingement finden wir auch ein Strukturelles Impingement. Dies kann ausgelöst sein durch eine Verkalkung bis Vernknöcherung des Bandansatzes, das Ausbilden eines Knochenvorsprunges am Schulterdach, durch eine Abnützung des Gelenkes zwischen Schlüsselbein und Schulterdach, durch einen Kalkherd in der Sehne, durch eine Verdickung der Sehne nach Überanstrengung.....

 

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Wie wird das behandelt?

Vermeidung jeder zusätzlichen Reizung der "beleidigten" Weichteile, Schmerzbehandlung (Medikamente, Infiltrationen, Kältetherapie...),

Physikalische Therapie. Nach Abklingen der Beschwerden Heilgymnastische Übungen, um die Muskel-Balance (Muskelgleichgewicht) wieder herzustellen.

Wenn dies nicht gelingt und die Beschwerden immer wieder auftreten, muss an eine Erweiteiterung des Schulterdaches (Acromioplastik) gedacht werden. Dies ist ebenfalls eine vorbeugende Maßnahme, da eine chronische Reizung der Sehne früher oder später zu einem Riss der Sehne führt. Der positive Nebeneffekt ist, dass die Schulter nach so einem Eingriff in der Regel beschwerdefrei wird und bleibt.

Was passiert, wenn ich mich nicht behandeln lasse.

Das kann man nicht vorhersagen. Möglicherweise klingen die Beschwerden von selbst ab. Dies vor allem dann, wenn Sie vor dem Auftreten der Beschwerden für Sie ungewohnte Tätigkeiten durchgeführt haben (Vorhänge aufhängen, Decke tapeziert, also länger "über Kopf" gearbeitet haben, oder einen Schlag auf die Schulter bekommen haben, auf die Schulter gestürzt sind...)

Wenn die Beschwerden ohne derartige Ursachen aufgetreten sind, ist es wahrscheinlich, dass sie nicht von alleine verschwinden oder bald wiederkehren werden. Je länger oder je öfter Sie solche Beschwerden haben, desto wahrscheinlicher wird eine echte Schädigung der Sehnen (Rotatorenmanschette, Riß-der-Rotatorenmanschette, Rotatorenmanschettenruptur) auftreten, die dann nur noch mit einer Operation behandelt werden kann.

 

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