Die SCHULTERSEITEN von Dr. Christian Pospisil
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Narkose

Viele PatientInnen haben Angst vor der Narkose. Ein Teil dieser Angst ist begründet in einem Unverständnis, wozu all die Apparate, Bildschirme, Drähte eigentlich notwendig sind. Die Anästhesisten (NarkoseärztInnen) wirken wie die Zauberer vergangener Tage, die mit geheimnisvollen Tätigkeiten uns in den Zustand der Bewußtlosigkeit und der Träume schicken können...

Und das, wann immer sie wollen.....

Foto Anästhesistin
Foto Narkoseüberwachung

Das löst Furcht und Ehrfurcht aus.

Lassen Sie mich versuchen, das ein wenig zu entzaubern.

Anästhesisten sind high-tech Ärzte. Ihre Aufgabe besteht darin, dem Patienten die Schmerzen zu ersparen, die sonst die Operationen zur Hölle für den Betroffenen machen würden. Oder wollten Sie bei vollem Bewußtsein und Schmerzempfinden die Operation erleben ?

Zudem ist es ihre Aufgabe, während der Operation vom Patienten alle Gefahren, körperlicher und seelischer Natur, fernzuhalten. Dafür benötigen sie so viel Equipment!

Foto Narkosemaschine Sie sorgen für die Schmerzfreiheit, für den Schlaf und die Entspannung des Körpers. Dazu verwenden sie verschiedenste Medikamente und Gase (inkl. Sauerstoff, Lachgas....). Sie kombinieren diese in unterschiedlichster Zusammensetzung, um von jedem Medikament nur einen kleinen Teil zu benötigen und können damit die Belastung für den Organismus auf ein Minimum reduzieren.

 

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Gleichzeitig kontrollieren sie die "Vitalfunktionen" des Patienten. Sie wissen also immer, ob das Herz richtig funktioniert (EKG läuft permanent mit, Blutdruck und Puls werden permanent gemessen), ob genug Sauerstoff im Blut ist (wird permanent gemessen), ob die Lunge gut funktioniert (Beatmungsdruck wird permanent gemessen). Sie überprüfen permanent die Schlaftiefe und die Entspannung des Körpers. Sie überprüfen den Blutverlust während der Operation und können im Bedarf mittels Blutkonserven den Verlust ausgleichen; Sie führen dem Körper Flüssigkeiten zu, um eine "Austrocknung" zu verhindern. Bei geringsten Abweichungen von den Normalwerten alarmieren die Kontrollgeräte, und der Anästhesist kann sofort gegensteuern.

Foto Narkose während OP

Das funktioniert auch bei sehr kranken Patienten, und bei Patienten mit lebensnotwendigen Eingriffen, die sich in einem medizinisch denkbar schlechten Zustand befinden. Selbst bei Patienten, die bereits mit dem Tod ringen, können Narkosen durchgeführt werden, wenn die Operation eine Lösung des Grundproblemes verspricht.

Foto Narkose-Apparat

Es ist auch für mich immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Patienten nach einer Narkose erholen. Patienten, denen wegen einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (kann binnen Stunden zum Tod führen) in einem desolaten Gesundheitszustand mit einer Notoperation ein Bein abgenommen wurde, sehen normalerweise schon 1- 2 Stunden nach dem Eingriff deutlich "gesünder" aus, als vor dem Eingriff.

Anästhesisten können ihre Aufgaben also auch noch an der Grenze von Leben und Tod brilliant meistern.

Um wieviel einfacher und sicherer sind da die Narkosen bei "normalen Orthopädischen Operationen". Wir operieren ja in aller Regel nur "gesunde Patienten", die sich durch den Eingriff nur eine Verbesserung der Lebensqualität erwarten. Und ob ein Patient gesund genug für einen solchen Eingriff ist, klären wir vor der Operation penibel ab, um kein noch so kleines Risiko einzugehen (Internistische Begutachtung, EKG, Herz-Lungen-Röntgen, Labor, ev. neurologisches Gutachten, ev. Lungenfunktion, ev. Spezialuntersuchungen......).

Solche Eingriffe sind also für Anästhesisten eine "Spazierfahrt" gemessen daran, was sie wirklich leisten können.

Foto Narkose im OP

 

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